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nachdem man einen gewissen lebensabschnitt durchlebt hat und danach revue passieren lässt, muss man häufig feststellen, dass einem das positive, die schönen momente viel mehr in erinnerung bleiben, als die unschönen und die negativen momente. so geht es mir zumindest oft…
ich hatte kein leichtes jahr 2009…
zuerst musste ich meine hochzeit verschieben, weil es mir so schlecht ging, dann folgte ein sommer, den ich in der psychiatrie verbracht habe und dann habe ich mitgeteilt bekommen, dass mein vertrag ausläuft und ich zum jahresbeginn arbeitslos sein werde.
aber so einschneidend diese dinge auch waren, merke ich, dass ich mich viel lieber auf die positiven dinge konzentriere.
ich habe in der psychiatrie menschen kennen gelernt, die mir sehr ans herz gewachsen sind und mich in meinem leben immer noch begleiten.
auch wenn mein vertrag ausläuft und ich mich auf eine neue situation einlassen muss, war es doch das beste, was mir passieren konnte – ich kann raus aus diesem kindergarten, indem ich mich 2 jahre so unwohl gefühlt habe und habe, da ich nicht gekündigt habe anspruch auf arbeitslosengeld.
meine hochzeit ist verschoben – auch wenn das ein großer rückschlag war – wir haben so noch mehr zeit uns kennen zu lernen, unsere vorfreude kann wachsen und wir können nochmal richtig sparen.
und dann ist da noch mein pferd. niemals hätte ich gedacht, dass sich mein größter wunsch gerade in einer meiner schwierigsten jahre erfüllt.
und wieder einmal ist mein kleines leben ein beweis dafür, dass gott auf krummen linien gerade schreiben kann und für all die schönen momente bin ich ihm von herzen dankbar!
eine auf-das-schöne-schauende sarah
manchmal, da überkommt mich so eine unbeschreibliche, unbegreifliche traurigkeit. sie schleicht sich heran und bringt ganz viel sorgen mit sich. mein kopf fängt an zu schmerzen und ich mache mir über alles mögliche gedanken und sorgen und weise mir ungerechtfertigte schuldgefühle zu.
ebenso bringt diese traurigkeit angst mit sich.
ich habe angst all das zu verlieren, was mir wichtig ist. ich möchte alles am liebsten einpacken und wegrennen damit mich keiner einfangen kann und mir mein herz klauen kann.
diese traurigkeit versucht in diesen stunden ihrer existenz mein herz zu rauben und mir scheint es, als könne ich nichts, rein gar nichts dagegen tun.
ich weiß, dass das an meiner „borderlinestörung“ liegt, aber das macht das aushalten nicht leichter – es macht es schwerer! ich weiß eigentlich damit umzugehen, fühle mich aber in so zeiten wie gelähmt. ich habe angst in den strudel der sorgen abzutauchen und keine luft mehr zu bekommen. ich habe angst, dass morgen mein pferdchen nicht mehr da ist – einfach so – weg. das alles was mir lieb ist, morgen nicht mehr da ist.
ich traue mich nicht einzuschlafen, weil ich nicht weiß wie mein leben morgen ist, wenn ich aufwache. vom kopf her weiß ich, dass all das unnötig ist – aber mein herz weiß es nicht und das ist traurig und zittert vor angst, immer und immer wieder…
eine herz-was-bist-du-traurig sarah
gibt es einen zeitpunkt, an dem alles gesagt ist?
einen zeitpunkt, an dem man nichts mehr hinzuzufügen weiß?
gibt es einen zeitpunkt, an dem man sein leben anschaut und denkt, mehr gibt es nicht mehr?
ich glaube und hoffe, dass es einen solchen zeitpunkt niemals geben wird. denn was wäre das für ein leben, in dem es nichts mehr hinzuzufügen gäbe, nichts mehr zu sagen gäbe. leben im völligen stillstand.
so kann es zwar sein, dass einem manchmal die worte und gedanken fehlen, aber nicht infolge dessen, dass es nichts mehr zu sagen gibt. vielleicht fehlen einem die worte, weil man zu manchen situationen einfach nichts sagen möchte. manchmal kann man es auch nicht.
manchmal möchte man situationen nicht ändern. weil man zum einen angst vor veränderung hat und zum anderen will man nichts ändern.
wichtig ist das gefühl dabei. das gefühl zu wissen, es ist okay, wenn nicht alles kommentiert und verändert werden muss.
…rumort in mir und in meinem kopf….
heute habe ich das gefühl beinahe durchzudrehen. ich habe so viele gedanken, so viele gefühle und keines will aus mir heraus.
manchmal habe ich auch keine gefühle und keine gedanken…
ich glaube heute wird ein scheiß tag!!!
eine komisch-gelaunte sarah
So ist auch die Wüste nicht aus Sand gemacht, und nicht aus verschleierten Tuaregs, und nicht einmal aus gewehrtragenden Beduinen.
Das aber ist sie: wir haben einen ganzen Tag Durst gelitten und plötzlich spüren wir zum allerersten Male, daß die Wasser des altbekannten Brunnens ständig fließen. Eine unsichtbare Frau kann ein ganzes Haus verzaubern; ein ferner Brunnen wirkt weit, weit, so weit wie die Liebe.
Das aber ist sie: die Sandmassen schienen erst so öde! Eines Tages aber fürchteten wir einen Kriegszug der Aufständischen, und plötzlich entdeckten wir, daß der Sand ein weiter, faltiger verhüllender Mantel ist. Schleichende Streifscharen von aufständischen Berbern geben der Wüste ein neues Gesicht.
Diese Spielregeln haben wir angenommen und uns dem Spiel eingegliedert. Nun ist die Sahara in uns, und da erst ziegt sie sich. Ihr nahekommen, das bedeutet nicht, eine Oase besuchen. Vielmehr bedeutet es, an einen Brunnen tief und innbrünstig zu glauben.Antoine de Saint-Exupery: Wind, Sand und Sterne (1939)
die ganze letzte woche fühlte ich mich wie in einer wünste. gefangen und halb tot. vorangetrieben von unstillbarem durst und trotzdem wusste ich nicht, in welche richtung ich gehen sollte. in welcher richtung wasser zu finden war. ich irrte umher und litt all die qualen, die das leben in dieser wüste mit sich brachte. so sehr ich mich versuchte gegen den heißen sand unter meinen füßen aufzulehnen, so sehr sank ich tiefer darin ein.
meine kehle brannte und ich litt durst. durst nach dem, was mich retten kann. durst nach wasser. nach wasser das mich wieder herstellt. ich sprach mit vielen leuten, die mir auf diesem weg begegneten. ich schrie um hilfe. sie konnten mir kein wasser geben. aber um eins mit meiner wüste werden zu können, gaben sie mir kleidungsstücke auf den weg. ich bekam einen turban und was man eben noch so braucht, wenn man sich auf in seine eigene wüste macht. ich habe mittlerweile eigentlich alle vorausetzungen um diesen weg zu meistern. ich kann eins werden mit dem sand, mit der liebe, die ich entgegen gebracht bekomme und ich kann aus all diesen dingen, seien menschen oder taten neue kraft schöpfen.
auch wenn ich mich im moment noch inmitten von sand befinde und nicht sehe, wohin ich gehen muss, fühle ich mich bereit mutig einen schritt vor den anderen zu setzen. ich weiß, dass ich viele hände habe, die mich durchtragen werden und ich habe einen, der mir wasser reicht, wenn ich wieder drohe umzufallen. und so kann ich mich endlich auf den weg machen aus meiner wüste herauszukommen…
eine wüstenläufer sarah
will man sich ein gutes pferd kaufen, so wird der preis über den wert des tieres berechnet – über die blutlinie, über die abstammung, über die herkunft, all das macht den wert dieses pferdes aus. je besser diese dinge ausfallen, umso höher kann man den wert dieses tieres ansetzen – umso höher wird der preis ausfallen.
wie ist das aber bei uns menschen.bei mir selbst! was oder wer bestimmt meinen wert?
klar ist, dass jeder mensch auf ein positives selbstwertgefühl aus ist. jeder mensch braucht ein positives gefühl, dass ihn am leben erhält. das ihn über sich hinaus wachsen lässt.
was aber, wenn kein selbstwert vorhanden ist?
wie „bekommt“ man ihn, und was macht ein solcher wert aus?
ich denke es gibt zwei arten an ein positives wie auch an ein negatives selbstwertgefühl zu gelangen.
1. der selbstwert beeinflusst von innen.
was halte ich selbst von mir? wie seheh ich mich? was kann ich?
2. der selbstwert beeinflusst von außen.
welche rückmeldungen bekomme ich? welche erfahrungen habe ich mit anderen menschen gemacht? wie wirke ich auf andere?
aber da stellt sich mir die frage, wenn unser selbstwert so leicht zu beeinflussen ist, machen wir uns dann nicht total abhängig von der welt um uns herum?
können wir uns jemals geliebt fühlen? können wir uns jemals selbst lieben, wenn wir davon ausgehen, dass wir von außen nicht geliebt werden?
wer bestimmt unseren wert? wer stellt fest wie „kostbar“ wir sind? ich möchte das eigentlich ungern mit einem viehmarkt vergleichen, aber oft kommt mir das so vor, wenn ich menschen höre, sie sehen sich selbst als menschen „dritter klasse“. ich selbst kann nur mit dem kopf schütteln und frage mich, warum ihre selbstwahrnehmung so verklärt ist. warum meine selbstwahrnehmung so falsch ist.
warum sind wir so sehr angewiesen auf das zustimmen der anderen menschen?
und warum fällt es uns leichter auf das negative zu achten, anstatt das positive anzunehmen.
das ist für mich ein rätsel, ein abenteuer in dem selbst ganz tief drinstecke….und ich bin gespannt, was daraus noch werden wird….
….sarah
manchmal, wenn meine gedanken freigang haben und hier in der klinik haben sie das viel zu sehr, dann kommen oft komische dinge bei raus – besonders jetzt in einer zeit wie dieser!
ich habe mich die letzten zwei wochen gefragt, warum es eigentlich so weit kommen musste, dass ich in eine klinik muss. und ich glaube, der ursprung liegt viel weiter entfernt als ich das zuvor dachte. er liegt schon ziemlich lange weg. ich glaube, ich bin selbst so weit weg von mir, weil ich verlernt habe, über meine gefühle zu sprechen. irgendwann gab es einen knackpunkt in meinem leben und ich habe mir selbst verboten über mich und meine gefühle zu sprechen. der knackpunkt ist mir inzwischen klar, aber wie komme ich da wieder raus. wie komme ich aus alten verhaltensmustern raus auf einen weg, der mir selbst nicht schadet?
ich bin mal gespannt und ich habe mich auf den weg gemacht ein leben zu finden, das lebenwert ist!!
eine gedankverlorene sarah
Es ist wirklich wahnsinnig, wie viel ein einziges Gespräch ausmachen kann. Im Gespräch fällt einem so viel ein und auf einmal wird man wieder auf ganz neue Wege gelenkt und bekommt noch einmal eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge, die man so noch nie gesehen hat. Heute zum Beispiel hatte ich ein Gespräch mit einer angehenden Psychologin. Und ich muss sagen am Anfang eines Gespräches tue ich mir immer sehr schwer, weil ich einfach nicht genau weiß, was ich sagen soll oder was jetzt einfach in diesem Gespräch dran ist. Natürlich verselbstständigt sich das alles nach den ersten gesprochen Sätzen und den ersten gedachten Gedanken, aber wie heißt es doch so schön? Aller Anfang ist schwer.
Nun ja heute wurde ich auf eine ganz sanfte Weise auf Dinge aufmerksam gemacht, die ich schon lange wissen wollte. Auf Dinge und Verhaltensweisen die mir viel Aufschluss auf meine Ängste und mein Verhalten geben.
Eine im-Kopf-arbeitende Sarah



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